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Museen & Ausstellungen

Familienführung im smac
Familienführung im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz.  © smac
Mehr über Kunst, Kultur und Geschichte kann man in Sachsen in vielen, ganz unterschiedlichen Museen erfahren. Unzählige gegenständliche, bildliche oder schriftliche Kunst- und Sammlungsobjekte in Museen, aber auch Bibliotheken, sind ein unermesslicher Wissensspeicher – und wichtige Zeugnisse gesellschaftlicher Entwicklungen.

Museen sind Orte der Vergangenheit und gleichzeitig helfen sie den Menschen heute, die Gesellschaft zu verstehen. Es sind Orte der Begegnung, des Gesprächs und der Bildung, außerschulische Lernorte und Forschungsstätten. Es sind die staatlichen Museen wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden  und das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz, aber auch über 400 Museen in unterschiedlicher Trägerschaft – darunter so herausragende wie das Museum der bildenden Künste in Leipzig, die Kunstsammlungen Chemnitz oder das Militärhistorische Museum – die einladen zum Erinnern, Staunen und Lernen. Zentraler Ansprechpartner für alle Fragen rund ums Sammeln, Bewahren, Forschen, Dokumentieren, Ausstellen und Vermitteln ist die Sächsische Landesstelle für Museumswesen.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gehören mit ihren insgesamt 12 Museen und weiteren Institutionen zu den bedeutendsten und ältesten Museumsverbünden der Welt. Hervorgegangen sind sie aus den im 16. Jahrhundert angelegten Sammlungen der sächsischen Kurfürsten, vor allem aus der im Dresdner Residenzschloss eingerichteten Kunstkammer. Durch den schrittweisen Einzug der Sammlungen in das wiedererrichtete Residenzschloss, die grundlegende Sanierung und Neu-gestaltung des Albertinums sowie durch zahlreiche hochkarätige Sonderausstellungen im In- und Ausland und durch die wissenschaftliche Aufarbeitung der jüngeren Sammlungsgeschichte haben die SKD ihre internationale Reputation in den vergangenen Jahren stark ausgebaut. Heute umfassen die SKD das Grüne Gewölbe, das Kupferstich-Kabinett, das Münzkabinett, die Rüstkammer, die Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen (mit Standorten in Dresden, Leipzig und Herrnhut), die Porzellansammlung, den Mathematisch-Physikalischen Salon, die Gemäldegalerie Alte Meister, die Skulpturensammlung, die Galerie Neue Meister, das Museum für Sächsische Volkskunst mit der Puppentheatersammlung sowie das Kunstgewerbemuseum. Außerdem sind die Kunstbibliothek, der Kunstfonds und das Gerhard Richter Archiv Teil des Verbundes.

Das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) als Teil des Landesamtes für Archäologie Sachsen ist seit 2014 im ehemaligen Kaufhaus Schocken in Chemnitz zu Hause. Die Dauerausstellung präsentiert mit über 6000 Exponaten rund 300.000 Jahre sächsische Landesgeschichte auf 3000 Quadratmetern – von den  frühen Neandertalern bis zur Industrialisierung. Sachsen hat mit dem Museum eine dauerhafte Präsentation seiner archäologischen Landesschätze erhalten. Mit einer modernen, multimedialen und didaktisch ausgeklügelten Präsentation vermittelt es einzigartige Einblicke in die Entstehung und Besiedlung des Gebietes des heutigen Sachsens.

Naturkunde hat in Sachsen eine lange Tradition. So gehen die Naturhistorischen Sammlungen Dresden bis auf die kurfürstliche Kunst- und Naturalienkammer zurück, in der die sächsischen Herrscher schon im 16. Jahrhundert Naturalien sammelten. Die Naturhistorischen Sammlungen Dresden  und das Museum für Naturkunde Görlitz  gehören seit 2009 der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und somit auch der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz an. Sie wurden damit in den Dienst der Biodiversitätsforschung gestellt.

Mit dem Deutschen Hygiene-Museum Dresden initiierte der Dresdner Odol-Fabrikant Karl August Lingner 1911 eine Institution, die bis heute weltweit ohne Vergleich ist. Als modernes Wissenschaftsmuseum macht es die biologischen, sozialen und kulturellen Dimensionen des Menschen erlebbar und für ein breites Publikum verständlich. Die Leitfrage des Museums, auf einen kurzen Nenner gebracht, stellt sich uns allen: Wie wollen wir leben? Die spannenden Ausstellungen beschäftigen sich mit aktuellen oder historischen Themen aus Wissenschaft und Gesellschaft, Kunst und Kultur. Neben seiner Ausstellungstätigkeit organisiert es ein differenziertes Führungs- und Bildungsangebot für alle Generationen.

Im Industriemuseum Chemnitz – Teil des vom Freistaat geförderten Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum – werden Exponate aus 220 Jahren sächsischer Industriegeschichte vom Bergbau und der Textilindustrie über den Maschinen- und Automobilbau, bis hin zu den sozialen Folgen der Industrialisierung präsentiert. Ästhetisches Highlight ist ein durch die gesamte Halle laufendes silbernes Band, auf dem sich eine Auswahl herausragender sächsischer Erzeugnisse und Erfindungen befindet. Erstaunlich, was alles aus Sachsen kommt und welch neuen Entwicklungen der Freistaat zu bieten hat.

Im Schlesischen Museum zu Görlitz  sind schlesische Geschichte und modernes Ausstellungsdesign zu erleben. Der aufwendig sanierte Görlitzer Schönhof zählt zu den ältesten Renaissancebauten Deutschlands und beherbergt die Dauerausstellung. Auf 2000 Quadratmetern Fläche lernen die Besucher die Geschichte und Kultur Schlesiens kennen – sowohl in ihren regionalen Traditionen als auch in ihren europäischen Verflechtungen.

Große Landesausstellungen zu landestypischen Kulturthemen finden in Sachsen in unregelmäßigen Abständen statt. Diese Ausstellungen werden als herausragende kulturelle Ereignisse konzipiert, die über das jeweilige Sommerhalbjahr sächsische Geschichte, Identität und kulturelles Selbstverständnis vermitteln. Orte früherer Landesausstellungen waren das Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau, Torgau und Görlitz. Die 4. Sächsische Landesausstellung zum Thema Industriekultur führt im Jahr 2020 nach Zwickau und in weitere Orte Westsachsens.

Viele weitere spannende Museen zu ganz unterschiedlichen Themen, wie beispielsweise das Sorbische Museum in Bautzen, warten in Sachsen auf die Besucher. Das Museum der Westlausitz Kamenz, das Museum für Naturkunde Chemnitz, das Museum Bautzen, das Grassi-Museum für Angewandte Kunst Leipzig  und das Deutsche Hygiene-Museum Dresden wurden in den letzten Jahren mit dem Sächsischen Museumspreis des Kunstministeriums  besonders geehrt. Auch die sächsischen Universitäten unterhalten Museen und Sammlungen. In der Schatzkammer des Buchmuseums der SLUB  werden z. B. Kostbarkeiten aus dem Bestand gezeigt: die Maya-Handschrift, Wiegendrucke und weitere einzigartige Handschriften.

Eine Pilotphase zur Förderung von Künstlernachlässen  hat das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst am 12. April 2019 gestartet. In den Jahren 2019/20 übernimmt die Sächsische Landesstelle für Museumswesen die Förderung. In dieser Pilotphase sind nur nichtstaatliche Museen antragsberechtigt. Ab 2020 soll es eine eigene Förderrichtlinie für Künstlernachlässe mit Erweiterung des Kreises der Antragsberechtigten geben. Zum Umgang mit den Nachlässen von sächsischen Künstlern hat das Kunstministerium ein Konzept erarbeitet, das nun umgesetzt wird. Es beinhaltet zunächst den Aufbau einer Beratungs- und Fördereinrichtung, die Erstellung eines Förderprogramms und die Berufung eines Fachbeirats.

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