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Kultur barrierefrei

Eine Frau hört in Leichter Sprache.
Die Texte in Leichter Sprache im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz werden auf dem Multimediaguide langsam und deutlich gesprochen; Fremdwörter und komplizierte Satzstrukturen werden vollständig vermieden.  © smac/Jutta Böhme
Barrierefreiheit bedeutet, dass jeder Mensch Zugang zu allen gestalteten Lebensbereichen hat und diese uneingeschränkt nutzen kann. Dies gilt natürlich ebenso für Kulturangebote. In Sachsen gibt es für Menschen mit Behinderungen eine Vielzahl von Möglichkeiten, unsere Kulturangebote zu nutzen. Die Einrichtungen arbeiten daran, den Zugang immer weiter zu erleichtern. So bemühen sich immer mehr Museen um barrierefreie Angebote. Das heißt: bauliche Barrierefreiheit, Führungen in Leichter Sprache, Angebote für blinde, seheingeschränkte oder hörbehinderte Menschen. Folgende Museen seien beispielhaft genannt: Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Daetz Centrum Lichtenstein. Die Albrechtsburg Meißen bietet einen Ausstellungsführer mit Gebärdensprachvideos an.
 
Im April 2017 wurde eine vom SMWK geförderte Servicestelle beim Landesverband Soziokultur Sachsen angesiedelt, die sich an alle Kultursparten richtet. Zentrales Anliegen der Servicestelle Inklusion im Kulturbereich ist es, den sächsischen Kulturbereich für das Thema Inklusion zu sensibilisieren, den Mehrwert einer inklusiven Kulturarbeit zu kommunizieren und die Kulturakteure zur Umsetzung von Inklusion zu befähigen. Dazu macht die Servicestelle Angebote in drei zentralen Handlungsfeldern: Sensibilisierung und Aufklärung, Beratung und Qualifizierung, Vernetzung und Fachaustausch. Mit diesen Maßnahmen sollen nachhaltig strukturelle und institutionelle Entwicklungsprozesse angestoßen werden, die eine inklusions- und diversitätsorientierte Öffnung in der sächsischen Kulturpraxis und -politik zum Ziel haben.
 
Um die Teilhabe von Menschen mit Behinderung zu verbessern, stehen für inklusive Maßnahmen in Einrichtungen von Wissenschaft und Kultur in Sachsen jährlich jeweils eine Million Euro an Fördermitteln zur Verfügung. Eine entsprechende Förderrichtlinie  des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst wurde im Sommer 2017 beschlossen. Landes-Forschungseinrichtungen und die institutionell geförderten Kultureinrichtungen werden finanziell bei Vorhaben unterstützt, die der Inklusion dienen. Damit wurden Projekte wie die Audiodeskriptionen von Filmfestivals, barrierefreie Webseiten oder Führungen und Flyer in Leichter Sprache verwirklicht.

Deutsche Zentralbücherei für Blinde – ein Landesbetrieb des Freistaates Sachsen

Foto von Fingern, die Braille-Schrift lesen.
Lesende Hände.  © DZB

Die Deutsche Zentralbücherei für Blinde (DZB) in Leipzig ist Deutschlands älteste öffentliche Blindenbücherei (gegründet 1894) und die einzige in den neuen Bundesländern, die Literatur für blinde und sehbehinderte Menschen anbietet. Die DZB ist nicht nur Bibliothek, sondern auch Produktionszentrum für Braille- und Hörbücher, Reliefs, Noten und vieles mehr. Dabei ist sie im deutschsprachigen Raum führend. In Deutschland leben rund 155.000 blinde Menschen und rund 500.000 Sehbehinderte. Über 30.000 blinde und sehbehinderte Menschen leben allein in Sachsen.

Literaturangebote für blinde und sehbehinderte Menschen (Auszug):

  • Mit eigens hergestellten Tastbilderbüchern für Kinder eröffnet die DZB Leseanfängern die Welt der Literatur.
  • Für die Bibliotheksnutzer gibt es eine große und vielfältige Auswahl an Braille- und Hörbüchern – jährlich kommen einige hundert Titel aus eigener Produktion neu hinzu.
  • Mit taktilen Reliefs können Bilder oder Landkarten tastend erfahren werden. Diese DZB-Produkte gibt es u.a. im Verkauf oder als Dienstleistung für Auftraggeber.
  • Für blinde Musiker überträgt die DZB Noten in Braille – genreübergreifend und als Service einzigartig.

Publikationen der DZB sind auch im Abonnement erhältlich, so ein Sortiment an Zeitschriften oder besonders, Radio-TV – mit täglichen Programminformationen am Telefon.

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