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Europäisches Kulturerbe-Siegel

Logo des Europäischen Kulturerbe-Siegels © BelinDear / CC BY-SA

Das Europäische Kulturerbe-Siegel ist eine staatliche Auszeichnung für Kulturerbe-Stätten, die die europäische Einigung sowie die Ideale und Werte sowie die Geschichte der Europäischen Union in besonderer Weise symbolisieren und vermitteln. Das Label entstand 2006 aus einer zwischenstaatlichen Initiative europäischer Staaten und wurde durch gemeinsamen Beschluss des Europäischen Parlaments und des EU-Kulturministerrates vom November 2011 in eine EU-Initiative umgewandelt, für die besondere Kriterien gelten. Seit 2014 wird das Europäische Kulturerbe-Siegel durch das Programm KREATIVES EUROPA gefördert. Deutschland ist inzwischen mit fünf, zum Teil transnationalen, Stätten vertreten; europaweit tragen bereits 48 Stätten das Label.

Auszeichnung und nationale Vorauswahl

Für die Auszeichnung kommen Stätten in Frage, die eine Schlüsselrolle in der Geschichte der Europäischen Union gespielt haben und einen symbolischen Wert für Europa besitzen. Von ihnen gehen Aktivitäten der Aufklärung über das gemeinsames Kulturerbe, die Geschichte Europas, das europäische Aufbauwerk und die zugrunde liegenden demokratischen Werte und Menschenrechte aus, sie fördern die Zusammenarbeit zwischen Stätten und Fachleuten zum Austausch von Erfahrungen und über besonders bewährte Projekte sowie den Kulturtourismus und damit die Steigerung ihres wirtschaftlichen Nutzens.

Die Kultusministerkonferenz hat im Februar 2012 über die Umsetzung der Initiative in Deutschland entschieden und ein nationales Vorauswahlverfahren verabschiedet, nach dem alle zwei Jahre die Bundesländer Nominierungen vornehmen können. Um die Information über das Projekt, seine Bewerbungskriterien und das nationale wie europäische Auswahlverfahren für interessierte Stätten zu verbessern, hat der Kulturausschuss der Kultusministerkonferenz eine Handreichung zum EKS entwickelt.

Europäisches Kulturerbe in Sachsen: Leipzigs Musikerbe-Stätten

Gewandhaus zu Leipzig
Gewandhaus zu Leipzig  © W. Schneider

»Leipzigs Musikerbe-Stätten - Leipzig's Musical Heritage Sites« wurden im März und Juni 2018 mit dem Europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Leipzigs Musikerbe-Stätten sind ein Zusammenschluss von neun musikgeschichtlichen Orten in Leipzig, namentlich der Thomaskirche und Nikolaikirche als Wirkungsorte Johann Sebastian Bachs, dem Bach-Archiv im Bosehaus, dem Mendelssohn-Haus, dem Hauptgebäude der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig, dem Gewandhaus Leipzigs, dem an Clara und Robert Schumann erinnernden Schumann-Haus, der Alten Nikolaischule, Richard Wagners Schule, sowie dem Verlagshaus C. F. Peters als Wohn- und Arbeitsort des norwegischen Komponisten Edvard Grieg. Diese Kulturerbe-Stätten verkörpern die Dynamik der Musiklandschaft Leipzigs und bewahren die musikalischen Traditionen Europas gleichermaßen.

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