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Kulturelle Bildung

Schülerinnen und Schüler bei der Aufführung get up. stand up
GET UP! STAND UP! ist das erste Projekt des Staatsschauspiels Dresden, in dem eine ganze Schulklasse auf der Bühne steht - eine Kooperation der Bürgerbühne des Staatsschauspiels Dresden mit der 128. Oberschule Dresden.  © Staatsschauspiel Dresden

Kultur für alle und überall – das heißt, den Zugang zu Kultur für alle Menschen einfach und ohne Hürden zu gestalten, ob in Stadt oder Land. Das heißt auch, dafür Sorge zu tragen, dass Jung und Alt in den ländlichen Regionen die gleichen Möglichkeiten haben, an der reichhaltigen Kulturlandschaft in Sachsen teilzuhaben, sich einzubringen und sie mitzugestalten.

Eine Aufgabe, für die es einen langen Atem braucht und die immer wieder neue Herausforderungen stellt. Viele Akteure widmen sich bereits dem Thema. Die Kultur- und Kunstverbände, die Kommunen, die Netzwerkstellen der Kulturräume, Künstler selbst, die Schulen, die Bildungsagentur, die Jugendhilfe, Museen, Theater, Musikschulen und andere vermitteln Kulturelle Bildung.

Das Kunstministerium fördert Projekte und Strukturen der Kulturellen Bildung jährlich mit rund einer Million Euro. Finanziert werden damit beispielsweise in mehreren Kulturräumen Netzwerkstellen, die organisieren, dass Schulen, Künstler und kulturelle Einrichtungen miteinander in Kontakt kommen. Auch andere Projekte sind dabei, so die gemeinsam mit dem Kultusministerium finanzierte Koordinierungsstelle Schule und Theater  (KOST), die Theaterprojekte an den Schulen unterstützt und das Schülertheatertreffen im Freistaat organsiert.

Das Kunstministerium fördert seit 2017 Mobilitätsprojekte  im Bereich Kultureller Bildung mit jährlich 300.000 Euro , die in ländlichen Regionen dafür sorgen, dass kunstinteressierte Kinder und Jugendliche und kulturelle Einrichtungen zusammenkommen.

Außerdem werden 32 Musikschulen  im Verband deutscher Musikschulen mit über fünf Millionen Euro im Jahr gefördert. Ein weiterer Baustein der Kulturellen Bildung ist das landesweite Projekt »Jedem Kind ein Instrument« in Trägerschaft des Verbandes deutscher Musikschulen – Landesverband Sachsen e. V. Im Projekt kooperieren mehr als 50 Grundschulen, vorwiegend aus dem ländlichen Raum, mit kommunalen Musikschulen.

Mit dem am 23. Oktober 2018 verabschiedeten landesweiten Konzept »Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für den Freistaat Sachsen« (siehe Rubrik rechts) soll die schulische kulturelle Bildung deutlicher akzentuiert, die kulturelle und interkulturelle Kompetenz gefördert, kulturelle Bildungsangebote vor allem außerhalb der urbanen Zentren gestärkt werden.

Generationenübergreifend arbeitet die Soziokultur, die für Familien, Kinder und ältere Menschen Angebote erhalten oder schaffen kann, gerade im ländlichen Raum. Der Soziokultur als bunteste und vielfältigste Form der Kultur kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Die Soziokultur steht einerseits gleichberechtigt neben allen Sparten, andererseits hat sie eine Querschnittsfunktion zu erfüllen. Sie ist nicht das klassische Theater, die klassische bildende Kunst oder die klassische Literatur, sondern es ist immer etwas von allem mit unterschiedlichen Ausführungsformen und Ansprachen für verschiedene Generationen.

Kulturelle Kinder- und Jugendbildung umfasst aktive kreativ-künstlerische Betätigungsfelder. Sie fördert Schlüsselkompetenzen wie die Lernkompetenz sowie soziale und kulturelle Kompetenz und wirkt sich auf alle Lebensbereiche positiv aus. Insofern trägt sie dazu bei, dass Menschen aktiv an kulturellen und gesellschaftlichen Prozessen und Themen teilhaben können.

 Systematisch wirkt Kulturelle Bildung auf drei Zielebenen, welche häufig fließend ineinander übergehen:

  • die Vermittlung von Können und Wissen,
  • die Persönlichkeitsbildung sowie
  • die Vermittlung gesellschaftlicher Kompetenz.

Alle drei genannten Zielebenen orientieren auf eine aktive kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe. Grundlagen sind non-formelle oder formelle sowie auch informelle Bildungsformate.

Mit dem Landesweiten Konzept Kulturelle Kinder- und Jugendbildung für den Freistaat Sachsen hat die Sächsische Staatsregierung gemeinsam mit den Kulturräumen, Kultureinrichtungen, den zuständigen Dachverbänden und weiterer Partner der Kulturellen Bildung ein Konzept zur Förderung und Entwicklung der Kulturellen Bildung in Sachsen erarbeitet. Dieses verbindet konzeptionelle und strategische Überlegungen für die weitere Entwicklung der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung im Freistaat Sachsen. Die daraus abgeleiteten fünf Themenschwerpunkte - Teilhabegerechtigkeit, bedarfsgerechte Angebote, stabile Kooperationen und Partnerschaften, Qualitätssicherung sowie qualifizierte Aus- und Weiterbildung – werden mit 40 Einzelmaßnahmen untersetzt. Ziel ist insbesondere, eine umfassende Teilhabemöglichkeit junger Menschen an den Angeboten Kultureller Bildung zu gewährleisten. Es wird angestrebt, Zugänge zu Angeboten der Kulturellen Kinder- und Jugendbildung dadurch zu erleichtern, dass Hürden, seien es räumliche, soziale oder bildungsbezogene, abgebaut werden. Das Ziel des Konzeptes ist es ferner, verlässliche Rahmenbedingungen herzustellen, um Kooperationen zwischen Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe zu befördern. Dies geschieht u. a. indem kulturelle Bildungsangebote außerhalb der urbanen Zentren gestärkt, die schulische Kulturelle Bildung deutlicher akzentuiert und die kulturelle und interkulturelle Kompetenz gefördert werden.

 

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