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Theater

Bei der Langen Nacht der Dresdner Theater
Volles Haus in jedem Jahr bei der Langen Nacht der Dresdner Theater, hier im Schauspielhaus.  © Staatsschauspiel Dresden / Klaus Gigga

Mit 80 Spielstätten allein im öffentlichen Bereich und fast 30.000 Plätzen hat Sachsen eine besonders reiche Theaterlandschaft. Sie ist geprägt durch zwei hervorragende Staatstheater und eine Fülle unterschiedlichster Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft. Daneben tragen Privat- und Amateurtheater zu einem ganz vielfältigen kulturellen Angebot bei. Das Repertoire der sächsischen Bühnen umfasst alle Sparten – von der Operette über das Kabarett bis hin zu Puppenspiel oder Mundartstücken. Auch die zweisprachigen Aufführungen des Sorbischen Theaters gehören dazu.

In Trägerschaft der Freistaates Sachsen bieten im Staatsbetrieb Sächsische Staatstheater die bekannte Sächsische Staatsoper Dresden mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden und das Staatsschauspiel Dresden ihr Programm auf Spitzenniveau. Beide Häuser sind Leuchttürme in der sächsischen Theaterlandschaft. Die Semperoper zählt mit ihren vier Sparten – Oper, Ballett, Konzert und Junge Szene – zu den international anerkannten Opernhäusern.

Die sächsischen Spielstätten sind nicht nur inhaltlich sehr unterschiedlich, Zuschauer können vom Renaissancebau in Zwickau über das neobarocke Staatsschauspiel in Dresden bis hin zu den Naturbühnen in Rathen und auf den Greifensteinen im Erzgebirge wählen. Auch das Straßentheater hat in Sachsen seinen festen Platz. Eines der traditionsreichsten Studententheater ist an der Technischen Universität Dresden zu Hause: die bühne. Ein neues Zuhause erhielt Ende 2016 im Dresdner Kraftwerk Mitte das Theater Junge Generation mit seinen drei Sparten Schauspiel, Puppentheater und Theaterakademie. Mit über 600 Vorstellungen im Jahr ist es eines der größten Kinder- und Jugendtheater Deutschlands. Das Kraftwerk Mitte ist auch neuer Standort für die Staatsoperette Dresden, die mit ihren Vorgängern auf eine 235 Jahre Tradition als musikalisches Volkstheater zurückblickt.

Beste Ausbildung im Bereich Schauspiel und Dramaturgie garantiert die Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig. An der Universität Leipzig erweitert seit 2016 ein neues Kompetenzzentrum die Arbeit des Instituts für Theaterwissenschaften vor allem durch seinen Praxisbezug. Das »Centre of Competence for Theatre« kooperiert mit Theaterhäusern regional und überregional und fördert praxisorientierte Forschung mit Partnern innerhalb und außerhalb der Universität.

Mit dem Landesverband Sachsen im Deutschen Bühnenverein, der unter anderem das Sächsische Puppentheatertreffen und das Sächsische Theatertreffen oder Treffen von Theaterpädagogen organisiert, dem Landesverband Freie Theater Sachsen e.V. oder dem Landesverband Amateurtheater Sachsen e.V. gibt es in diesem Bereich starke Interessenvertreter. Das Landesbüro Darstellende Künste Sachsen e.V. ist als eine zentrale Service- und Schnittstelle tätig.

Die Geschichte der sächsischen Bühnenlandschaft ist eng verknüpft mit den Namen Gotthold Ephraim Lessing oder Friederike Caroline Neuber. Der aus Kamenz stammende Aufklärer Lessing setzte sich mit seinen Schriften für die Freiheit des deutschen Theaters gegenüber dem französischen Vorbild ein und beeinflusste maßgeblich die Entwicklung eines bürgerlichen deutschen Theaters.Friederike Caroline Neuber, in Reichenbach/Vogtland geboren, gründete im 18. Jahrhundert die Neuber‘sche Komödiantengesellschaft und kurz darauf in Leipzig eines der ersten feststehenden Theater Deutschlands.

Foto: Außenansicht Schauspielhaus. © SMWk

Das Staatsschauspiel Dresden, das in Verantwortung des Sächsischen Kunstministeriums steht, zählt zu den renommierten deutschen Schauspielhäusern. Es ist der Tradition des Schauspiels in Deutschland und der Förderung der zeitgenössischen Theaterkunst gleichermaßen verpflichtet. Neben dem Schauspielhaus am Zwinger, welches 1913 eröffnet wurde und nach den Kriegszerstörungen 1948 wiedereröffnet werden konnte, ist das Kleine Haus in der Dresdner Neustadt Spielstätte.

Foto: Landesbühnen Sachsen, Außenansicht. © SMWK

Die Landesbühnen Sachsen sind ein leistungsstarkes Mehrspartentheater, die einerseits künstlerische Leistungen in der Sitzgemeinde Radebeul im Sinne eines Stadttheaters erbringen und die Felsenbühne Rathen bespielen, andererseits mit ihrem Auftrag als Landesbühne das Angebot an den Abstecherorten in den Kulturräumen bereichern. Außerdem leisten die Landesbühnen einen besonderen Beitrag zur Stärkung der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen in Sachsen. Seit August 2012 werden die Landesbühnen Sachsen in neuer Rechtsform durch eine Theater GmbH betrieben.

Künftig werden die Landesbühnen Sachsen mit ihren Aufführungen verstärkt in den ländlichen Räumen präsent sein, in denen kein vom Kulturraum gefördertes Theaterensemble existiert (Kulturraum Meißen-Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Kulturraum Leipziger Land). Zu diesem Aufgabenspektrum kommen weitere Engagements, die in den anderen ländlichen Kulturräumen zur Abrundung des dortigen kulturellen Angebotes beitragen.

Foto der Aufführung.
Romeo und Julia - Felsenbühne Rathen  © Hagen König

Zwischen Plauen und Görlitz gibt es im Freistaat zahlreiche Theater, die teilweise auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Dazu zählen die Oper Leipzig mit Oper, Musikalischer Komödie und Leipziger Ballett, das Theater Chemnitz mit Oper, Schauspiel und der Robert-Schumann-Philharmonie, das Mittelsächsische Theater mit dem Theater Freiberg, Theater Döbeln und Seebühne Kriebstein oder auch das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz mit der Erzgebirgischen Philharmonie Aue. Eine lange Theatergeschichte haben auch die Standort Plauen und Zwickau.

 

 

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