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Traditionelles Köhlerhandwerk und Teerschwelerei

Länderübergreifende Bewerbung aus Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern – Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes

Die Verkohlung von Holz ist eines der ältesten Handwerke der Menschheit auf der ganzen Welt. Heute findet man alle Stufen seiner technischen Entwicklung nebeneinander vor – vom Jahrtausende alten Prinzip des Kohlenmeilers im brasilianischen Urwald oder im deutschen Erzgebirge bis hin zur modernen Syntheseanlage für Biosprit in den hochentwickelten Industriestaaten.

Nur das eigentliche technische Verfahren – die thermische Umwandlung von Biomasse, die trockene Destillation oder Pyrolyse – ist gleich geblieben. Dabei werden Stoffe erzeugt, die enweder hauptsächlich von fester Konsistenz (Holzkohle), flüssiger Konsistenz (Holzteer=Bioöl) oder gasförmiger Konsistenz (Holzgas) sind. Im Grunde genommen ist es nichts anderes als die Wiederfreisetzung der in der Biomasse gespeicherten Sonnenenergie zum Zwecke der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen.

In früheren Zeiten überwog, je nachdem, welche Produktart man überwiegend benötigte, die eine oder andere Verfahrensweise: In Ländern, in denen viel Erz geschmolzen und Eisen verarbeitet wurde, erzeugte man viel Holzkohle. Nur mit ihr konnten die notwendigen Temperaturen erzeugt werden. Die seefahrenden Länder brauchten riesige Mengen an Holzteer und -pech, denn nur damit konnte man die Schiffe seefest machen und andere Dinge konservieren.

Ohne Holzkohle kein Schwarzpulver und ohne Aktivkohle kein sauberes Wasser. Anfang des vergangenen Jahrhunderts bekam auch Holzgas eine immer größer werdende Bedeutung und so wurden Motoren konstruiert, die statt durch Benzin mit Holz betrieben wurden. Ja, selbst in der Volksheilkunde spielten Holzkohle und Holzteer eine wesentliche Rolle (heute noch in Finnland und in den baltischen Ländern).

Den meisten Menschen von heute ist Holzkohle als Grillkohle ein Begriff, ohne zu wissen, dass dieser Stoff einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Menschheit hatte. Das ist auch der Grund, dass der Europäische Köhlerverein sich für den Erhalt des Handwerks und die Bewahrung der alten Technologien einsetzt, damit auch nachfolgende Generationen in der Lage sind, ein uraltes Handwerk der Menschheit zu beherrschen und weiterzugeben.

Kontakt

Europäischer Köhlerverein e.V. Geschäftsstelle und Sitz in Sosa Erzgebirge

Postanschrift:
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08309 Eibenstock - OT Sosa

Präsident Heinz Sprengel
Karl-Liebknecht-Str. 11
08289 Schneeberg

Telefon: +49 3772 326576

E-Mail: Europaeischer.Koehlerverein@t-online.de

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