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Sächsisches Bergsteigen – Sächsische Kletterkultur

Landesspezifische Bewerbung für die Aufnahme in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes

Im Jahr 1893 wurde auf dem Schusterturm im Bielatal in der Sächsischen Schweiz das wahrscheinlich weltweit erste Gipfelbuch ausgelegt. In der Folgezeit entwickelte sich im Sächsischen Sandstein eine ganz eigene Kletterkultur, die höchste sportliche Ansprüche mit der Bewahrung einer einzigartigen Naturlandschaft zu verbinden suchte.

Das Sächsische Bergsteigen beruht seit 1910 auf dem Grundsatz des »freien Kletterns« ohne Verwendung künstlicher Hilfsmittel. Basis sind die Sächsischen Kletterregeln, die neben den Kletter- und Sicherungstechniken auch den Schutz der Natur und Felsbiotope und damit die Bewahrung der Klettermöglichkeiten für nachfolgende Generationen festschreiben. Die Kletterkultur wird in Klubs, Familien und in Freundeskreisen gelebt, in denen diese Regeln und Verhaltensweisen weitergegeben werden. Das Übernachten in Berghütten und Boofen (Freiübernachtungsstellen) sind ebenso Teil dieser Kultur wie das ehrenamtliche Engagement von zahlreichen Kletternden, etwa in Form von Gipfel-Patenschaften, Kontrolle von Horstschutzzonen oder Müllsammlungen.

Vereine und zahlreiche weitere öffentliche und private Träger bieten Kurse für jedes Niveau und Alter an, z.B. auch für Kinder oder Menschen mit Behinderung. Der 1911 gegründete Sächsische Bergsteigerbund (SBB) ist mit über 16.000 Mitgliedern einer der größten Sportvereine Sachsen. Darüber hinaus hat das Sächsische Bergsteigen Ausdruck in Musik, Malerei, Fotografie und Literatur gefunden.

Zum Stand der landesspezifischen Bewerbung:

Sachsen hat das Sächsische Bergsteigen für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes nominiert. Der Kulturausschuss der Kulturministerkonferenz der Länder hat diesen Vorschlag in seiner Sitzung im Mai 2022 bestätigt. Der Freistaat folgt mit der Nominierung einer Empfehlung des Sächsischen Kultursenats und nimmt das Sächsische Bergsteigen zugleich in die Sächsische Landesliste des Immateriellen Kulturerbes auf. Die Bewerbung für das Immaterielle Kulturerbe hat der Sächsische Bergsteigerbund (SBB) stellvertretend für alle Kulturtragenden erarbeitet und eingereicht.

Kontakt

Sächsischer Bergsteigerbund (SBB)

Postanschrift:
Papiermühlengasse 10
01067 Dresden

E-Mail: kulturerbe@bergsteigerbund.de

Webseite: https://kulturerbe-saechsisches-bergsteigen.de

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