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Sächsische Staatskapelle Dresden

Landesspezifische Bewerbung

Die Gründung der Sächsischen Staatskapelle Dresden reicht in das Jahr 1548 zurück und ist durch die von Kurfürst Moritz von Sachsen unterzeichnete Gründungsurkunde dokumentiert. Eine erste bedeutende Hochzeit erlebte das Ensemble unter Heinrich Schütz, der die Kapelle in seiner jahrzehntelangen Amtszeit (1617-1672) zu internationalem Ruhm führte. Mit der Etablierung eines modernen Orchesters zu Beginn des 18. Jahrhunderts beginnt die Geschichte der barocken Dresdner Hofkapelle: Unter Hofkapellmeister Johann Adolf Hasse genießt das Ensemble legendären Status. Komponisten wie Antonio Vivaldi, Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach schreiben für die Kapelle, die damit das barocke Opern- und Orchesterrepertoire nachhaltig prägt.

Mit der Verpflichtung Carl Maria von Webers 1817 setzt das Orchester wichtige Akzente im deutschen Opernrepertoire (»Der Freischütz«, »Euryanthe» und »Oberon« entstehen in Dresden). Daran knüpft Richard Wagner in seiner Kapellmeisterzeit (1843-1849) dankbar an, der das Orchester als seine »Wunderharfe« bezeichnet; Wagner bringt in Dresden «Rienzi«, »Der fliegende Holländer« und »Tannhäuser« zur Uraufführung und konzipiert hier den Großteil seines späteren Oeuvres. In die lange Amtszeit von Ernst von Schuch (1872-1914) fällt die beginnende Zusammenarbeit mit Richard Strauss, der der Staatskapelle in seiner über 60-jährigen Freundschaft mit dem Orchester 9 seiner 15 Opern zur Uraufführung anvertraut, darunter »Salome«, »Elektra« und »Der Rosenkavalier«. Bedeutende Kapellmeister und Chefdirigenten der letzten 100 Jahre sind Fritz Busch, Karl Böhm, Joseph Keilberth, Rudolf Kempe, Kurt Sanderling, Herbert Blomstedt, Giuseppe Sinopoli und Bernard Haitink. Von 1991 bis zu seinem Tod 2013 war Sir Colin Davis Ehrendirigent der Staatskapelle. Seit 2012 steht Christian Thielemann als Chefdirigent an der Spitze des Orchesters, Erster Gastdirigent ist seit ebendiesem Jahr Myung-Whun Chung.

Die Sächsische Staatskapelle ist eines der ältesten Orchester – und vermutlich das einzige, das über 450 Jahre hinweg kontinuierlich Bestand hatte und immer zu den führenden Klangkörpern der jeweiligen Epochen gehörte. Die Kontinuität ist auch ein prägendes Merkmal des Musizierens an sich: Schon in der Gründungsurkunde wurde festgeschrieben, dass ältere Kapellmitglieder ihre Erfahrungen an die jungen weitergeben sollen. Diese Tradition, die eine wichtige Grundlage zum Erhalt einer eigenen Klangkultur darstellt, ist bis heute präsent: Viele Musiker bilden als Professoren an der Musikhochschule Carl Maria von Weber Dresden den Nachwuchs aus; zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte das Orchester gar eine eigene »Orchesterschule«, die in der heutigen »Giuseppe-Sinopoli-Akademie der Staatskapelle Dresden« fortlebt.

»Wie Glanz von altem Gold« – so hat Herbert von Karajan den Klang der Dresdner Staatskapelle bei der gemeinsamen Aufnahme der »Meistersinger« 1972 beschrieben und damit eine weitere Besonderheit des Orchesters charakterisiert. Der Staatskapelle ist gelungen, sich im Laufe der Jahrhunderte eine eigene klangliche Identität zu bewahren, durch die sie sich von anderen Spitzenorchestern unterscheidet. Christian Thielemann spricht von einem Klang, »der sich durch Wärme und äußerste Homogenität auszeichnet und ein flexibles, immer gesangliches Musizieren ermöglicht. Diese Qualitäten entspringen sicher auch der Doppelfunktion der Staatskapelle als erstklassigem Opern- und Konzertorchester.«

Die Sächsische Staatskapelle galt in den fünf Jahrhunderten ihres Bestehens immer als einer der führenden Klangkörper. Dies belegen zahlreiche Zitate von bedeutenden Zeitgenossen. So schrieb Jean-Jacques Rousseau 1767: »… dasjenige mit der ausgewogensten Besetzung und der vollendetsten Ensembleleistung ist das Opernorchester des Königs von Polen in Dresden.« Und in einem der Konversationshefte Ludwig van Beethovens findet sich 1823 die Notiz: »Man hört allgemein, daß die Hofkapelle in Dresden die beste in Europa sey.« Seit dem 20. Jahrhundert ist die herausragende Qualität der Staatskapelle in vielen, zum Teil legendären Aufnahmen dokumentiert. In heutiger Zeit wird dem Orchester regelmäßig von Fachmagazinen ein außergewöhnlicher Rang attestiert. 2006 etwa wurde die Staatskapelle vom Magazin »Gramophone« unter die »Top Ten« der weltbesten Orchester gewählt; 2013 verlieh ihr die Zeitschrift »Opernwelt« auf Grundlage eines Votums internationaler Kritiker den Titel »Orchester des Jahres«.

Kontakt

Sächsische Staatskapelle Dresden, Orchesterdirektor Jan Nast

Postanschrift:
Theaterplatz 2
01067 Dresden

Telefon: +49 351 4911340

E-Mail: jan.nast@staatskapelle-dresden.de

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