1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Sächsische Landesausstellungen

4. Sächsische Landesausstellung

Die 4. Sächsische Landesausstellung zum Thema Industriekultur wird nicht wie geplant im Jahr 2018 stattfinden. Unter den eingegangenen Bewerbungen um die Austragung der Leitausstellung fand sich kein Gebäude, das den Anforderungen entspricht. Das SMWK hält aber an einer Landesausstellung mit dem Schwerpunkt Industriekultur fest. Als Austragungsjahr wird 2020 angepeilt. Die Prüfung der letzten Monate hat ergeben, dass sich das Ausstellungskonzept aus einer branchenübergreifenden Leitausstellung und Begleitausstellungen an authentischen Orten, an denen bereits ein hochwertiges Ausstellungsangebot besteht, in Südwestsachsen realisieren lässt.

Die für die Leitausstellung angebotenen Gebäude in Johanngeorgenstadt, Glauchau, Plauen, Oelsnitz/Erzgebirge und Aue sind entweder räumlich nicht geeignet oder die notwendige Sanierung wäre in der vorgegebenen Zeit nicht sicher zu schaffen gewesen. Die Stadt Oberlungwitz hat mit dem ROGO-FSO-Bau, einer ehemaligen Strumpffabrik, ein markantes und geeignetes Gebäude angeboten. Für das Industriedenkmal konnte aber keine sinnvolle Nachnutzung für die Zeit nach der Landesausstellung gefunden werden. Das war Voraussetzung dafür, dass die Stadt das Gebäude mit Fördermitteln für die Landesausstellung umbauen kann.

»Der Zeitverlust von einem Jahr wiegt schwer. In den letzten sechs Monaten haben viele Beteiligte mit großem Einsatz alles daran gesetzt, den Ausstellungstermin zu halten. Zahlreiche Möglichkeiten wurden geprüft. Dass sich letztlich kein geeignetes Gebäude für die Leitausstellung gefunden hat, ist schade. Mehr war in der kurzen Zeit nicht möglich«, erklärte Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange am 15. Juni 2015. »Wir werden auf Grundlage der gewonnenen Erfahrungen für 2020 einen neuen Anlauf starten«, so die Ministerin. »Sachsen ist die Wiege der Industrie in Deutschland. Der Freistaat hat ein reiches industriekulturelles Erbe, die industrielle Entwicklung prägt die Identität der Bürger. Deshalb wollen wir die Industriekultur historisch weiter aufarbeiten und in einer Landesausstellung präsentieren.«

Hintergrund:

Die 4. Sächsische Landesausstellung sollte eigentlich 2018 im Horch-Hochbau in Zwickau stattfinden. Dafür hatte die Staatsregierung im Januar 2014 den Auftrag erteilt. Die Stadt hat im Mai 2014 festgestellt, dass die Sanierung des Gebäudes nicht im kalkulierten Zeitrahmen möglich ist. Zudem konnte mit dem Eigentümer keine sinnvolle kommunale Nachnutzung vereinbart werden. Zwickau hat im Dezember 2014 ersatzweise die Durchführung der Landesausstellung in einem Neubau im Jahr 2019 angeboten. Dieses Angebot konnte die hohen qualitativen Anforderungen an Authentizität eines Ausstellungsgebäudes nicht erfüllen. Zudem hätte es 2019 eine zeitliche Konkurrenz zur Landesgartenschau in Frankenberg gegeben.

Um das Ausstellungsjahr 2018 zu halten hat das Kunstministerium die Machbarkeit eines alternativen Ausstellungskonzepts aus einer branchenneutralen Leitausstellung und fünf bis sieben branchenspezifischen Zusatzausstellungen in Südwestsachsen geprüft. Mit Hilfe eines Fachgremiums wurden folgende authentischen Schauplätze der Industriekultur für branchen-spezifische Zusatzausstellungen identifiziert:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf  (Eisenbahn/Güter- und Energietransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau/Ressourcentechnologie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)

Für die Austragung der Leitausstellung gab es eine Ausschreibung, auf die folgende Bewerbungen eingegangen sind:

  • Glauchau – Bahnhofsgebäude
  • Johanngeorgenstadt – Pestalozzi-Schule
  • Plauen – Hempel’sche Fabrik
  • Aue – Besteck- und Silberwarenfabrik August Wellner & Söhne
  • Oberlungwitz – ROGO/FSO-Gebäude (Strumpffabrik)
  • Oelsnitz/Erzgebirge – Gebäude des Kaiserin-Augusta-Schachts

Alle Bewerber für die Leitausstellung sind in einem intensiven Prüfprozess an den hohen Qualitätskriterien für eine sächsische Landesausstellung gemessen worden.

Letztlich konnte keines der angebotenen Industriedenkmäler bis zum Jahr 2018 alle Anforderungen erfüllen.

3. Sächsische Landesausstellung 2011

Die via regia, eine Straße mit 800-jähriger Geschichte, war das zentrale Thema der 3. Sächsischen Landesausstellung »via regia – 800 Jahre Bewegung und Begegnung« vom 21. Mai bis 31. Oktober 2011 in Görlitz. Im Görlitzer Kaistertrutz lernten die Besucher das Leben auf dieser Straße kennen: Händler, die mit ihren Handelswaren die Märkte bevölkern, Pilger auf ihrem Weg nach Rom, Kriegsherren, die mit lautem Geschrei ihr kriegerisches Unheil in alle Ecken des Landes tragen, Künstler und Wissenschaftler, deren Ideen und Wissen sich über die Straße in alle Winde verbreiteten.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Martin Roth vor einem Ausstellungsstück Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Martin Roth vor einem Ausstellungsstück
(© momentphoto.de/Bonss)

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Martin Roth vor einem Ausstellungsstück Stanislaw Tillich bei seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Prof. Sabine von Schorlemer, der Görlitzer Oberbürgermeister Joachim Paulick (li.) und der Staatssekretaer Jan Muecke (2.v.li.) beim Gang durch die Altstadt von Görlitz. Stanislaw Tillich nahm vor der Ausstellungseröffnung an einem Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Görlitz teil. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (l.), der polnische Historiker Wladyslaw Bartoszewski und Sachsens Ministerin für Wissenschaft und Kunst Sabine von Schorlemer gehen am Samstag, den 21.05.11 in Görlitz bei der feierlichen Eröffnung der 3. Sächsischen Landesausstellung. Das Leben der Menschen an und auf der mittelalterlichen Handelsstraße Via Regia steht im Mittelpunkt der Landesausstellung. Die Via Regia verband als Handels- und Pilgerstraße den Osten Mitteleuropas mit dem Westen. Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (3.v.l.), der polnische Historiker Wladyslaw Bartoszewski (l.), Sachsens Ministerin für Wissenschaft und Kunst Sabine von Schorlemer sowie Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler beim Rundgang durch die Ausstellung Besucher warten am Samstag, den 21.05.11 in Görlitz vor der Kaisertrutz auf die feierliche Eröffnung der 3. Sächsischen Landesausstellung Besucher warten am Samstag, den 21.05.11 in Görlitz auf die feierliche Eröffnung der 3. Sächsischen Landesausstellung Eine junge Frau betrachtet am 19.05.11 zum Presserundgang vor der Eröffnung der 3. Sächsischen Landesausstellung die Figur des Heiligen Sebastian aus der Domschatzkammer St. Petri Bautzen vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Eine junge Frau betrachtet am 19.05.11 zum Presserundgang vor der Eröffnung der 3. Sächsischen Landesausstellung den oberen Teil der Lade der Krakauer Kaufmannskongregation von 1791.

Görlitz – der perfekte Gastgeber

Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, verdankt der via regia ihren Aufstieg zum mittelalterlichen Handelszentrum. Noch heute erinnert die Stadt mit den zahlreichen repräsentativen Bauten, Denkmälern und Plätzen an die Blütezeit der alten Handelsstraße. Damit war Görlitz geradezu prädestiniert als Gastgeber für die 3. Sächsische Landesausstellung, die sich der Geschichte der via regia widmet. Parallel zur Ausstellung fanden in und um Görlitz zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge und Führungen als Begleitprogramm statt.

Zentraler Ausstellungsort der Landesausstellung war der Kaisertrutz in Görlitz, eine runde Kanonenbastei aus dem späten 15. Jahrhundert. Ursprünglich schützte sie das westliche Eingangstor zur Stadt. Auf den fünf Etagen und 1.800 Quadratmetern im Kaisertrutz fanden die Besucher 450 Objekte aus rund 100 leihgebenden Einrichtungen. Dabei wurden fünf Themenwelten inszeniert: Fundament, Straße, Markt, Menschen und Ideen.

Kaisertrutz, Görlitz

Kaisertrutz, Görlitz
(© Frank Höhler)

via regia – die Königsstraße

Via regia – das bedeutet soviel wie »Königsstraße«. Eine solche Königsstraße führte einst von Frankfurt am Main über Erfurt, Leipzig nach Görlitz und weiter über Breslau bis nach Krakau. Sie ist eine der ältesten und wichtigsten west-östlichen Landverbindungen in Mitteleuropa. 1252 wurde sie erstmals in einer Urkunde des Markgrafen Heinrich von Meißen erwähnt, ihre Anfänge reichen aber bis ins 8. und 9. Jahrhundert zurück. Als Teil des Wegenetzes von Santiago de Compostela bis nach Kiew war sie über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Handelsstraßen in Europa. An ihren Rändern entwickelten sich bedeutende Handelsplätze wie die beiden großen deutschen Messestädte Frankfurt und Leipzig, welche die via regia auf direktem Weg verband.

Die via regia erzählt die Geschichte von Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte auf ihr gereist, gepilgert und geflohen sind. Der Fokus liegt dabei auf dem Zeitraum zwischen der Mitte des 13. Jahrhunderts und dem frühen 19. Jahrhundert. In dieser Zeit entfaltete die Handelsstraße ihre größte Bedeutung.

2. Sächsische Landesausstellung 2004

Die 2. Sächsische Landesausstellung mit dem Titel »Glaube und Macht – Sachsen im Europa der Reformationszeit« fand vom 24. Mai bis 10. Oktober 2004  in Torgau statt und wurde von 230.000 Menschen besucht. Mit der Reformationszeit sollte an eine der wichtigsten Epochen sächsischer Geschichte erinnert werden.

Wichtige Personen der damaligen Zeit lebten und wirkten in Sachsen und Mitteldeutschland, zum Beispiel Martin Luther, die Maler Lucas Cranach, Albrecht Dürer und Tizian.

In Torgau steht mit der 1544 geweihten Schlosskapelle der erste protestantische Kirchenbau und mit dem Großen Wendelstein ein beeindruckendes Denkmal der Baukunst der Renaissance-Zeit. Torgau erlebte in damals als Residenzstadt der kursächsischen Fürsten eine Blütezeit und bot mit dem Schloss Hartenfels und seiner historischen Altstadt einen idealen Rahmen für die 2. Sächsische Landesausstellung.

1. Sächsische Landesausstellung 1998

Die 1. Sächsische Landesausstellung fand vom 12. Juni bis 18. Oktober 1998 unter dem Motto »Zeit und Ewigkeit - 128 Tage« im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau statt. Zeitgleich wurde das 750-jährige Bestehen des Zisterzienserinnenklosters gefeiert. An dem historischen Ort drehte sich alles um die zentralen Themen Mittelalter, sakrale Kunst und kirchliche Kulturgeschichte.

Das 750 Jahre alte katholische Kloster St. Marienstern überstand die Hussitenkriege, den Dreißigjährigen Krieg, die Reformation, die Säkularisation, den Nationalsozialismus und den Kommunismus. Dank strenger Klosterregeln und der Abgeschiedenheit hat sich hinter den Klostermauern ein Kulturschatz erhalten, der seinesgleichen sucht und im Rahmen der 1. Sächsischen Landesausstellung teilweise erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde.