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Sächsisch als deutsche Hochsprache?

Sächsisch als deutsche Hochsprache?

»Die Sprache dieser Leute beleidigt mein Ohr!«, schrieb der Dramatiker Franz Grillparzer im 19. Jahrhundert und verglich die Sachsen mit quakenden Fröschen. Der sächsische Dialekt wird gern belächelt und imitiert. Böse Zungen behaupten gar, er wäre unbeliebt. Dabei sprechen alle Deutschen in gewisser Weise »sächsisch«.

Im Mittelalter florierte Sachsen und zog Menschen aus allen Teilen Deutschlands an. Dabei brachte jeder seinen Dialekt mit. Um dem Sprachwirrwarr Herr zu werden, entwickelte sich eine einheitliche Verkehrssprache – das Meißner Kanzleideutsch. Und da diese Verbindung der gängigsten Sprachmuster bereits damals überregional verstanden wurde, entschied sich Luther auch bei der Übersetzung der Bibel für das Kanzleideutsch. Mit deren Verbreitung wurde aus dem Dialekt die Standardsprache, die bis heute als eine wichtige Grundlage der deutschen Sprache gilt.

© Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK)