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Richard Wagner auf den Barrikaden

Richard Wagner auf den Barrikaden

Die Dresdner Bürger sind auf den Straßen, seit Stunden wird scharf geschossen. Im Abendlicht hebt sich die Silhouette eines Mannes ab, der auf den über 100 Meter hohen Turm der Kreuzkirche klettert. Es ist der 5. Mai 1849, und der tollkühne Kundschafter auf dem Kirchturm ist der Hofkapellmeister Richard Wagner.

Gemeinsam mit dem russischen Revolutionär Michael Alexandrowitsch Bakunin kämpfte er 1849 auf den Barrikaden in Dresden für die bürgerlichen Rechte. Als am 3. Mai der offene Aufstand in Dresden losbrach, waren viele Bürger bereit, für ihre Rechte bis zum Äußersten zu gehen. Die Königlich-Sächsischen Truppen hatten Schießbefehl erhalten, um die Revolutionäre des Maiaufstandes zu einer schnellen Aufgabe zu zwingen. Doch wie andernorts in Deutschland stand das ganze Volk auf den Straßen und forderte die deutsche Nationalrepublik.

Für Richard Wagner hatte der revolutionäre Einsatz Folgen: Er wurde steckbrieflich von der Polizei gesucht und musste aus Dresden fliehen. Nur durch Zufall – er hatte eine Kutsche verpasst – entkam er einer Verhaftung, erst 1860 durfte er wieder nach Deutschland einreisen.

© Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK)