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Revolution der Tanzkultur

Revolution der Tanzkultur

Es sah wirklich befremdlich aus: Da hüpften Menschen ekstatisch und scheinbar unkontrolliert zu musikalischen Klängen herum. Wussten sie überhaupt, was sie taten? Ja, denn das Konzept, das der Schweizer Tanz- und Musikpädagoge Emile Jaques-Dalcroze (1865–1950) mit nach Dresden-Hellerau gebracht hatte, war ganz einfach: Musik und Bewegung sollten den Menschen ein Bewusstsein für ihren Körper und die Außenwelt geben. In einer Welt der exakt ausgeführten Pirouetten war das revolutionär.

Es spiegelte die Aufbruchstimmung, die um 1900 in Deutschland herrschte. Die Lebensreform-Bewegung ergriff Menschen vieler verschiedener gesellschaftlicher Schichten. Und Dresden, genauer die Gartenstadt Hellerau, war ein Zentrum der Bewegung. Zahlreiche Schüler strömten nach Hellerau, um die Methode von Jaques-Dalcroze zu erlernen. Mit Beginn des Ersten Weltkrieges musste Jaques-Dalcroze Hellerau verlassen. Doch in den 1920er Jahren wurde sein Werk durch seine Schüler fortgesetzt und ausgebaut. Die Tänzerin Mary Wigman entwickelte seine Methode zu einem modernen Ausdruckstanz weiter, ihre Schülerin Gret Palucca setzte deren Werk fort.

© Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK)