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Der Odol-König und die Hygiene

Der Odol-König und die Hygiene

Neue Erkenntnisse schaffen oft Unsicherheiten. So war es auch um 1900, als die »unsichtbaren« Bakterien entdeckt wurden und breite Bevölkerungsschichten Schutz vor dieser neuen Gefahr suchten. Karl August Lingner erkannte das Potenzial dieser Situation und begann zu forschen. Er überlegte sich, dass die Reinigung der Mundhöhle als »Eintrittspforte« der krankheitserregenden Bakterien helfen könnte. Lingner erfand also ein desinfizierendes Mundwasser, dem er den Namen »Odol« gab, übersetzt heißt das soviel wie »Zahnöl«. Das neue Produkt fand reißenden Absatz. Lingner entwickelte »Odol« zu einer unverwechselbaren Marke und stieg mit dem Erfolg zu einem wohlhabenden Mann mit einem fürstlichen Lebensstil auf.

Doch Lingner reichte das nicht. Er wollte die Unkenntnis über die Entstehung und Verbreitung von Krankheiten in der Bevölkerung bekämpfen und setzte sein Vermögen dazu ein, Hygienebelehrungen abzuhalten. Deshalb initiierte er 1911 auch die erste internationale Hygiene-Ausstellung, zu der über 5 Millionen Menschen strömten. Ein Jahr später gründete Lingner das Deutsche Hygiene-Museum.

© Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK)