1. Navigation
  2. Inhalt
  3. Herausgeber
Inhalt

Sächsische Landesausstellungen

In unregelmäßigen Abständen finden in Sachsen Landesausstellungen zu landestypischen Kulturthemen statt. Diese Ausstellungen werden als herausragende kulturelle Ereignisse konzipiert, die über das Sommerhalbjahr Einwohnern und Besuchern sächsische Geschichte, Identität und kulturelles Selbstverständnis vermitteln.

4. Sächsische Landesausstellung 2020

Audi-Bau in der Audistraße 9 in Zwickau.

Im Audi-Bau in der Audistraße 9 in Zwickau wird die Leitausstellung der Landesausstellung zu sehen sein.
(© Stadt Zwickau)

Die 4. Sächsische Landesausstellung zum Thema Industriekultur wird vom 25. April 2020 bis zum 1. November 2020 in einer europäischen Kernregion der Industrialisierung, in Südwestsachsen, durchgeführt. Die Landesausstellung besteht aus einer branchenneutralen Leitausstellung und sechs branchenspezifischen Zusatzausstellungen an authentischen Schauplätzen der Industriekultur.

Die Zusatzausstellungen in bestehenden Museen stellen jeweils bestimmte Industriezweige dar, die für die industrielle Entwicklung Sachsens kennzeichnend sind:

  • Industriemuseum Chemnitz (Maschinenbau)
  • Eisenbahnmuseum Chemnitz-Hilbersdorf  (Eisenbahn/Güter- und Energietransport)
  • Tuchfabrik Gebrüder Pfau in Crimmitschau (Textilindustrie)
  • Himmelfahrt Fundgrube Freiberg (Erzbergbau/Ressourcentechnologie)
  • Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge (Steinkohlebergbau)
  • Horch-Museum Zwickau (Automobilindustrie)

Die Leitausstellung wird als Ausstellung auf Zeit im sogenannten Audi-Bau in der Audistraße 9 in Zwickau durchgeführt. Sie bildet das konzeptionelle Zentrum der Landesausstellung mit großzügiger Ausstellungsfläche in einer früheren Produktionshalle auf dem ehemaligen Audi-Gelände in Zwickau. Die Zusatzausstellungen werden auf die Leitausstellung abgestimmt. Die Leitausstellung wird sich mit den tiefgreifenden technischen, gesellschaftlichen und sozialen Änderungen beschäftigen, die die Industrialisierung seit Anfang des 19. Jahrhunderts für die Menschen und ihr Zusammenleben bewirkt hat. Sie nimmt Bezug auf Grundfragen des Lebens in der Moderne, im Industriezeitalter, auf das Verhältnis des Menschen zur Natur, zur Technik und zur Wissenschaft. Überregionale Strahlkraft, Perfektion bei Ästhetik, Publikumsnähe, Spannung, didaktischer Vermittlung und wissenschaftlicher Grundlage – das sind die Ansprüche an die Leitausstellung, deren inhaltliche Vorbereitung Ende 2016 begonnen hat.

3. Sächsische Landesausstellung 2011

Die via regia, eine Straße mit 800-jähriger Geschichte, war das zentrale Thema der 3. Sächsischen Landesausstellung »via regia – 800 Jahre Bewegung und Begegnung« vom 21. Mai bis 31. Oktober 2011 in Görlitz. Im Görlitzer Kaistertrutz lernten die Besucher das Leben auf dieser Straße kennen: Händler, die mit ihren Handelswaren die Märkte bevölkern, Pilger auf ihrem Weg nach Rom, Kriegsherren, die mit lautem Geschrei ihr kriegerisches Unheil in alle Ecken des Landes tragen, Künstler und Wissenschaftler, deren Ideen und Wissen sich über die Straße in alle Winde verbreiteten.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Martin Roth vor einem Ausstellungsstück Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der ehemalige Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Martin Roth, vor einem Ausstellungsstück.
(© momentphoto.de/Bonss)

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und der Direktor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Martin Roth vor einem Ausstellungsstück Eine junge Frau betrachtet am 19.05.11 zum Presserundgang vor der Eröffnung der 3. Sächsischen Landesausstellung den oberen Teil der Lade der Krakauer Kaufmannskongregation von 1791.

Görlitz – der perfekte Gastgeber

Görlitz, die östlichste Stadt Deutschlands, verdankt der via regia ihren Aufstieg zum mittelalterlichen Handelszentrum. Noch heute erinnert die Stadt mit den zahlreichen repräsentativen Bauten, Denkmälern und Plätzen an die Blütezeit der alten Handelsstraße. Damit war Görlitz geradezu prädestiniert als Gastgeber für die 3. Sächsische Landesausstellung, die sich der Geschichte der via regia widmet. Parallel zur Ausstellung fanden in und um Görlitz zahlreiche Veranstaltungen, Ausstellungen, Vorträge und Führungen als Begleitprogramm statt.

Zentraler Ausstellungsort der Landesausstellung war der Kaisertrutz in Görlitz, eine runde Kanonenbastei aus dem späten 15. Jahrhundert. Ursprünglich schützte sie das westliche Eingangstor zur Stadt. Auf den fünf Etagen und 1.800 Quadratmetern im Kaisertrutz fanden die Besucher 450 Objekte aus rund 100 leihgebenden Einrichtungen. Dabei wurden fünf Themenwelten inszeniert: Fundament, Straße, Markt, Menschen und Ideen.

Kaisertrutz, Görlitz

Kaisertrutz, Görlitz
(© Frank Höhler)

via regia – die Königsstraße

Via regia – das bedeutet soviel wie »Königsstraße«. Eine solche Königsstraße führte einst von Frankfurt am Main über Erfurt, Leipzig nach Görlitz und weiter über Breslau bis nach Krakau. Sie ist eine der ältesten und wichtigsten west-östlichen Landverbindungen in Mitteleuropa. 1252 wurde sie erstmals in einer Urkunde des Markgrafen Heinrich von Meißen erwähnt, ihre Anfänge reichen aber bis ins 8. und 9. Jahrhundert zurück. Als Teil des Wegenetzes von Santiago de Compostela bis nach Kiew war sie über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Handelsstraßen in Europa. An ihren Rändern entwickelten sich bedeutende Handelsplätze wie die beiden großen deutschen Messestädte Frankfurt und Leipzig, welche die via regia auf direktem Weg verband.

Die via regia erzählt die Geschichte von Menschen, die im Laufe der Jahrhunderte auf ihr gereist, gepilgert und geflohen sind. Der Fokus liegt dabei auf dem Zeitraum zwischen der Mitte des 13. Jahrhunderts und dem frühen 19. Jahrhundert. In dieser Zeit entfaltete die Handelsstraße ihre größte Bedeutung.

2. Sächsische Landesausstellung 2004

Die 2. Sächsische Landesausstellung mit dem Titel »Glaube und Macht – Sachsen im Europa der Reformationszeit« fand vom 24. Mai bis 10. Oktober 2004  in Torgau statt und wurde von 230.000 Menschen besucht. Mit der Reformationszeit sollte an eine der wichtigsten Epochen sächsischer Geschichte erinnert werden.

Wichtige Personen der damaligen Zeit lebten und wirkten in Sachsen und Mitteldeutschland, zum Beispiel Martin Luther, die Maler Lucas Cranach, Albrecht Dürer und Tizian.

In Torgau steht mit der 1544 geweihten Schlosskapelle der erste protestantische Kirchenbau und mit dem Großen Wendelstein ein beeindruckendes Denkmal der Baukunst der Renaissance-Zeit. Torgau erlebte in damals als Residenzstadt der kursächsischen Fürsten eine Blütezeit und bot mit dem Schloss Hartenfels und seiner historischen Altstadt einen idealen Rahmen für die 2. Sächsische Landesausstellung.

1. Sächsische Landesausstellung 1998

Die 1. Sächsische Landesausstellung fand vom 12. Juni bis 18. Oktober 1998 unter dem Motto »Zeit und Ewigkeit - 128 Tage« im Kloster St. Marienstern in Panschwitz-Kuckau statt. Zeitgleich wurde das 750-jährige Bestehen des Zisterzienserinnenklosters gefeiert. An dem historischen Ort drehte sich alles um die zentralen Themen Mittelalter, sakrale Kunst und kirchliche Kulturgeschichte.

Das 750 Jahre alte katholische Kloster St. Marienstern überstand die Hussitenkriege, den Dreißigjährigen Krieg, die Reformation, die Säkularisation, den Nationalsozialismus und den Kommunismus. Dank strenger Klosterregeln und der Abgeschiedenheit hat sich hinter den Klostermauern ein Kulturschatz erhalten, der seinesgleichen sucht und im Rahmen der 1. Sächsischen Landesausstellung teilweise erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde.